Ich hab dich nie gehalten

Ich hätte gern ein Haus für uns gebaut,für dich und mich.
Ich hätte dich auf meinen Schoß gesetzt und dir den Nacken geküsst, 
sicherlich hättest du mit den kleinen Händen nach meinen Haaren gegriffen 
und du hättest nach süßer Milch und Mandeln gerochen. 
Deine Haut wär weich gewesen und deine Augen hätten geleuchtet.und dein Lachen wäre so wunderschön gewesen.
Dein Vater hätte mit einem zufriedenen Lächeln neben mir gesessen, meine Hand gehalten
und voller Stolz festgestellt wie perfekt du doch bist. 
Ja , so wäre es wohl gewesen. 
In meinen Träumen die mir doch erst jetzt bewusst werden.
Stattdessen habe ich dich raus gerissen , habe dich raus reissen lassen. 
3 Monate schon hast du in mir gekauert. 
Hast Whisky getrunken , Nikotin konsumiert , Speed und Kokain durch die Nabelschnur aufgenommen. 
Hast aktiv erlebt dass der Leib in dem du wohnst regelmäßig zusammenbrach , nicht aß aber umso mehr trank und rauchte.
Ich spüre dich selbst jetzt immer noch in meinem Bauch , in meinem Herzen , in meinem Kopf. Jeden Tag.Insomnia.
Du warst da! 
Und seitdem nie wieder weg.
In meinem Körper gefangen, du konnest es dir nicht aussuchen.
Gezeugt von einem alkoholabhängigen und psychisch krankem Mann und einem  Mädchen, dass nach der Liebe suchte. 
Sicherlich in irgendeinem Rauschzustand , womöglich als die rosa Pillen und der Whisky eine tägliche Verlockung darstellten.
Schon damals , bevor du da warst , wollte ich ein Haus bauen , eines aus Illusionen, eines welches mir Sicherheit und Ruhe schenkt. 
Doch da ging es nur um mich , meine Unfähigkeit , meine Angst , meine Exzesse. 
Für ein Haus hat es nicht gereicht…es wurde nur eine Höhle geschaffen , die nichts als Leere in sich barg.
Ich habe krampfhaft versucht mir diese Sicherheit zu verschaffen , einen Ruhepol , ein Glücksgefühl. 
Tabletten , Speed , Alkohol und Nikotin gaben mir dies. 
Das was ich Liebe nannte , das wonach ich suchte bekam ich dennoch nie.
Da war dieser Mann, du würdest ihn jetzt Papa nennen und ihn sicherlich genauso verachten wie ich es tue, der mir Liebe versprach. 
Er hat uns nicht geliebt ,hat uns weh getan , uns gedemütigt ,uns in die Kälte gesperrt, uns viele Nächte lang allein gelassen. 
Uns viele Tränen beschert als er wie so oft Nachts im Rausch und Wahnsinn die Wohnungseinrichtung zerschlug.
Uns an den Rand der Verzweiflung getrieben als er immer und immer wieder rückfällig wurde , alles mehr liebte als uns , vorallem sich.
Als er von dir erfuhr zuckte er mit den Schultern und bot mir einen Joint an.
Er ließ uns allein , er ließ mich allein, als mein Restverstand dich mir gewaltsam entriss.
In diesem kalten Raum unter Neonlicht hörte ich noch einmal deinen Herzschlag und ich wünschte mir ich würde mit dir sterben.
Ich würde mich so gern für das alles rechtfertigen , dir sagen wie sehr du mir fehlst obschon du nie die Gelegenheit hattest auf meinem Schoß zu sitzen und dir deinen Nacken von mir küssen lassen zu können.
Ich hätte so gern ein Haus für dich gebaut in dem du sicher bist. 
Doch konnte ich es nicht , war ich nicht fähig dich bei mir zu behalten.
Eines sollst du wissen, mit dir habe ich auch mich verloren.
Und am 8. Dezember habe ich nicht dich in meinem Arm gehalten sondern nur meine Schuldgefühle.