Tiger Woods wäre stolz auf dich

Irgendwann hab auch ich es verstanden: Du bist weg. Endgültig. Und ich weiß nicht wie mein Leben weiter gehen soll. Oben und unten, hell, dunkel ,es ist alles dasselbe. Ich bin nicht mehr diese starke Frau, die ihren Kopf aufrecht hält und immer ihre Contenace bewahrt, sondern ein labiles Häufchen Elend.

Ich reagiere über. Immer. Es gibt nur noch zwei Arten meine Emotionen auszudrücken: Wutausbruch und Heulkrampf. Neulich habe ich angefangen zu heulen weil ich meinen Kuli nicht finden konnte, ich konnte mich überhaupt nicht mehr beruhigen. Es sind Kleinigkeiten die mein Leben aus den Fugen bringen, Dinge die nicht eingeplant sind. Meine Mum meinte, so viel wie in den letzten Monaten, hab ich in meiner ganzen Kindheit nicht geweint.

Liebeskummer hat 3 Phasen sagt man: Trauer , Wut und Phase 3 ist das Ziel : Gleichgültigkeit. Ich befinde mich im Phasenwechsel von Phase 1 zu Phase 2. Ich schreibe dir eine Mail, im Krawall-Modus. Nach dem Motto „Lieber wahre Feinde als falsche Freunde“. Es platzt alles heraus,alles. Ich sage dir offen und ehrlich, was ich von dir und deinem Hippiegetue halte. Dein freie Liebe Fuck, dein dummes Grinsen,ich verachte dich. Du verdienst keine Rücksicht, und schon gar keinen Respekt…das hattest du für mich auch nie übrig. Ich bin viel zu gut für dich. Eigentlich brauchst du eine „Freundin“, die genauso unreif und schlampig ist wie du: Damit ihr zusammen eine gefühlsfreie, unausgereifte und verlogene Beziehung führen könnt. Eine „Beziehung“, die zu 99,9 Prozent aus stumpfen, bedeutungslosen Sex besteht und jeden Morgen ein anderes Bett inklusive ist. Damit hättest du dann dein armseliges Lebensziel erreicht. Du kannst Bumsen mit wem du willst, und hast jemanden der sich dein pseudo intellektuelles Gelaber anhört.

Gratulation. Tiger Woods wäre stolz auf dich!

Onlove

Ich habe immer geschmunzelt, über Mädchen die mir erzählt haben, dass sie sich in einen Typen aus dem Internet verguckt haben.

Mal ganz ehrlich über Facebook kann man niemanden kennenlernen ,über knuddels nicht, über Kwick nicht, über ICQ nicht, über Elite Partner nicht ,nirgends ! Vielleicht bin ich zu retro ,aber ich möchte mich verlieben, wenn ich ihm in die Augen sehe, ihn rieche, ihn berühren kann. Das Internet ist viel zu verlogen ,eine Inszenierung der eigenen Persönlichkeit. Ein Bild kann man nicht riechen, nicht berühren und auch nicht lachen hören. Das funktioniert einfach nicht….. dachte ich. 

Eigentlich hatte ich mich aus Spaß bei dieser Studenten Singlebörse angemeldet um einen guten Bericht zu bekommen, über die verzweifelten Menschen die dort versuchen ihre bessere Hälfte zu finden, obwohl es nicht einmal im richtigen Leben klappt.

Nach 3 Tagen hatte ich 70 Nachrichten. Von Fußfetischisten die an meinen Zehen lecken wollen, Informatikern im 30000 Semester, die sich als zuverlässig, lieb und hilfsbereit beschreiben und aussehen also würden sie mit WOW ihre Kellerbräune immer auf einem Niveau mit Schneewittchen halten wollen. Komische Typen und sogar ein paar Frauen, aus denen nichts außer die pure Verzweiflung sprudelt. 70 Nachrichten und nur Mist. Und dann kam sie, die 71. am 14. Februar ,Valentinstag. Sie war so ungalublich süß, ehrlich und gar nicht wie die anderen.

Wir schreiben uns jetzt fast jeden Tag, und ich komme mir immer bescheuerter vor. Wie ein kleines Mädchen, dass eine Flaschenpost findet. Mein Herz klopft bis zum Hals wenn ich sehe dass mein Posteingang blinkt. Dabei kennen wir uns gar nicht. Ich weiß nicht ob ich darüber lachen oder weinen soll,meine Freundinnen sagen ich bin zu naiv, ich dagegen galube einfach an das Schicksal und an die Liebe. Allerdings habe ich jetzt keine Angst mehr vor dem Internet ,sondern vor der Realität. Ich habe Angst davor dass wir uns in ‚Echt‘ einfach scheiße finden. Okay wenn ich ehrlich bin habe ich Angst dass er mich scheiße findet. Dass ich nicht hübsch genug bin, nicht klug genug, nicht gut genug. Ich frage mich ob ich diese Illusion durch die Realität verpuffen lassen möchte oder sie behalten will ,weil sie so wunderbar ist. Aber würde ich mich dann nicht immer fragen, was wäre wenn?

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Schlüssellochgesellschaft

 

 
 
Voilà: eine erschöpfende Abhandlung über ein viel beklagtes Phänomen.
Es ist eines der großen Themen der Menschheit.
Unsere Gesellschaft.
Und ich bin nun einmal zutiefst überzeugt, den dreihunderttausendundzwei Erörterungen der Problematik eine dreihunterttausendunddritte hinzufügen zu müssen.
Unsere Gesellschaft mit ihren Normen und Werten. Jeden Tag treten frisch polierter BMW gegen blitzblanck gewienerten Mercedes an, Platzhirsch vs. Alphatier und alles vor einer Kulisse die gesäumt ist von weißen Gartenzäunen und peinlich gehegten Vorgärten. Manche von uns wachen morgens auf und treten mit voller Kraft auf die Notbremse, weil sie feststellen, dass sie ihr so verachtetes klischee vom Spieser selbst erfüllen.Der Rest klammert sich verzweifelt an Religionen und Subkulturen bei denen man eine sexuelle Orientierung und eine Lebensphilosophie gratis dazu bekommt.
Seit einigen Jahren dürfen wir uns über eine neue Religion freuen. Schleichend findet sie immer mehr Anhänger. Sie wendet sich vorallem an Menschen, die gerne mal durchs Schlüsselloch der Schulumkleide gespannt haben und sich daran aufgegeilt haben andere in intimen Situationen zu überwachen. Damals galten sie als pervers, jetzt als normal. Heute müssen sie noch  nicht einmal durchs Schlüsselloch schauen, sondern sitzen bequem vor dem Fernseher und zappen durchs Programm .Mittlerweile ist es Normalität für eine deutsche Kleinfamilie , von einer Fernsehkamera dokumentieren zu lassen wie ihr  Stuhlgang aussieht und wie ordinär ihre Kinder sich im Alter von 5 jahren schon artikulieren können. Fekalsprache, Gewalt und Sex im Nachmittagsprogramm als täglich Wahnsinn in Farbe un bunt .Und alles nur weil die eigenen Hängetitten, das Akne Problem der 13 jährigen Tochter und treulose Ehemänner langweilig geworden sind. Modernen Voyorismus ,eine neue Religion, die ein ganzes Land dazu aufruft den perversen Triebtäter in sich zu erwecken. Das alte ’schockierend‘ ist das neue ’norma’l und Fremdscham wird zu einem Dauerzustand. Selbstachtung im Tausch gegen 5 Minuten zweifelhaften Ruhm .Traurig aber wahr.
Unsere tägliche Realityshow gib uns heute!
Amen !