Judas

Wir haben geredet. Uns ausgesprochen und am Ende doch aneinander vorbei geredet. Du machst mir Vorwürfe, lächerliche Vorwürfe. Du weißt nämlich, dass du die Fehler begangen hast und nicht ich, aber um sich selbst Fehler einzugestehen muss man mutig sein und das bist du nicht.  

Meine Augen brennen und ich weiß nicht ob es an der Zugluft liegt oder an der Ohnmacht die mich umgibt, weil du nicht verstehen willst, dass deine fixen Ideen meiner Probleme nur deine eigenen Hirngespinste sind.

Eifersucht wirfst du mir vor. Dabei bist du nur zu stolz um zu sehen, dass es nicht die Eifersucht ist die zwischen uns steht sondern gebrochenes Vertrauen. Du hast mir Dinge verheimlicht die so offensichtlich waren und dich mit der Angst vor meiner Reaktion gerechtfertigt . Paradoxerweise sagst du im selben Atemzug aber , ich hätte kein Recht darauf eifersüchtig zu sein und dir sei es egal was ich davon halte. Für wen hälst du dich? Wer bist du, dass du auch nur glaubst du könntest mir auch nur irgendein Recht absprechen?

Ich hatte kein Problem, aber dein ständiges Bedürfnis über ‚mein Problem‘ zu reden, das keines war, hat mir erst gezeigt wie selbstgerecht du bist. Ich stehe neben dir und schaue dir zu wie du dich in deinem Hirngespinst verrennst , mein Mund bewegt sich aber es kommt kein Ton herraus.

Für dich läuft alles wie gehabt, du hast ja keinen Fehler gemacht, nicht hintergangen, nichts verheimlicht, nicht verurteilt, nicht verraten.Warum solltest du Reue zeigen? 

Das hätte ich wissen sollen.Wer liebt kann auch verletzt werden und das habe ich. Allerdings solltest du auch eines wissen: Verrat verjährt nie.                                     Vielleicht habe ich mein kindlich-naives Vertrauen, in andere verloren, aber dafür einen erwach­senen, reflektierten Umgang mit den Menschen, die ich lieben gewonnen . 

Wichtig ist, am Ende nur, dass ich mir selbst verzeihen kann, dafür, dass ich mich so benutzen ließ.